MEDNET Mail

MEDNET Mail ist ein vielseitiges Werkzeug für den Nachrichten- und Dokumentenaustausch zwischen den Ärzten der MEDNET Plattform insbesondere in seiner Funktion als Aktendrucker, Mailclient (MEDNET Mail), Messenger und der Krankenhauseinweisung.

In der Produktreihe ist die MEDNET Mail die kleinste Lösung und als Einstieg für die Ärztevernetzung besonders geeignet. Soll dann der Funktionsumfang für das Arztnetz ausgeweitet werden, stehen als weitere Lösungen die MEDNET Fallakte und Patientenakte bereit. Alle Lösungen basieren auf derselben Zertifikats- und VPN-Infrastruktur und können deshalb schrittweise einge­führt werden, ohne dass vorherige Investitionen verloren gehen.

Die MEDNET Mail mit dem Akten­dru­cker bildet den Einstieg in die MEDNET Reihe. Mit dieser Lösung können bereits wichtige Grundfunktionen ausgeführt werden. Der Aktendrucker übernimmt Daten aus der Arztpraxissoftware per GDT, als Drucker, per Drag-and-Drop, die Zwischenablage oder eine Briefsuchfunktion und verschickt diese Daten als Mail an einen anderen Arzt oder als Dokument an eine Patientenakte.

Aufgrund der GDT-Integration ist MEDNET Mail mit den unterschied­lichsten Arztpraxissoftwaresystemen kompatibel. Alle Teilnehmer können weiterhin ihr Praxis­verwaltungssystem (Windows) behalten, da die Funktionalitäten des MEDNET Akten­druckers aus der Arztpraxissoftware heraus gestartet werden können.

MEDNET Mail benötigt für den Austausch der Daten einen Kommunikationsserver, der bei einer dezentralen Netzarchitektur in jeder einzelnen ärztlichen Einrichtung vor­handen sein muss. In Zusammenarbeit mit Krankenhäusern oder Laboren kann der Kommunikationsserver auch von diesen Einrichtungen für die dort angeschlossenen Arztpraxen mit betrieben werden. In diesem Fall ist in den Dokumenten zur MEDNET Mail vom Remote-Client die Rede.

 

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Emsländische Versorgungsinitiative EVI

Modellprojekt:
Sicherung der Gesundheitsversorgung
im ländlichen Raum durch Vernetzung der Leistungserbringer und Delegation ärztlicher Leistungen durch haus­arztnahe Assistenz

 Emsländische Versorgungsinitiative EVI

 

Inhaltsübersicht

1.        Zusammenfassung.. 2
1.1.     Ausgangssituation.. 2
1.2.     Projektziele. 2
2.        Die Qualifizierung ärztlicher Helferinnen für die Delegation ärztlicher Leistungen   4
2.1.     Die Qualifizierungskonzept und -maßnahmen.. 4
2.2.     Die Evaluation der Delegation ärztlicher Leistungen.. 6
2.3.     Erwartete Ergebnisse und Vorteile. 7
3.        Verzahnung der Gesundheitsdienstleister.. 8
3.1.     Die Vernetzungsinfrastruktur. 8
3.1.1.      Verzahnung mit dem stationären Sektor und Ärzten untereinander. 8
3.1.2.      Verzahnung mit ambulanter Krankenpflege und Apotheken. 9
3.1.3.      Verzahnung mit dem Labor. 9
3.2.     Die Evaluation der Verzahnungsstruktur als landkreisspezifisches gesundheitspolitisches Steuerungsinstrument. 10
4.        Projektmanagement, Zeit- und Budgetpan.. 11

1.   Zusammenfassung

1.1.        Ausgangssituation

Die hausärztliche Unterversorgung im ländlichen Raum ist bereits heute ein spür­bares und von der Politik auch erkanntes Problem. Durch die Überalterung der Bevölkerung steigt der Be­handlungsaufwand, während gleichzeitig die Zahl der Ärzte sinkt und aus abrechnungstechnischen Gründen die Zahl der pro Arzt behandelbaren Patienten immer weiter nach unter reguliert wird.

Im nördlichen Emsland sind z.B. zurzeit 60 Hausarztstellen frei und nicht besetzbar. Für das Jahr 2020 geht die KV Niedersachsen von einem Versorgungsgrad von nur noch 24,5% aus.

Versuche, die Ärzte mit Baugrundstücken oder anderen Vorteilen zu locken, werden nur in Einzelfällen greifen. Die Anpassung der Zugangsanforderungen für das Medizin­studium schlägt im hausärztlichen Bereich frühestens in 9 Jahren, im fachärztlichen noch später zu Buche. Auch die bisherigen gesetzlichen Maßnahmen, z.B. die Auf­hebung der Fallzahlbegrenzung in unterversorgten Gebieten, greifen nicht.

Ziel des Modellprojektes EVI (emsländische Versorgunsinitiative) ist es deshalb auf­zuzeigen, dass es bei einem zukünftig noch weitaus schlechteren hausärztlichen Versorgungsgrad (24.5%) dennoch mit neuen Strukturen möglich sein wird, die Ge­sundheitsversorgung im ländlichen Raum sicherzustellen.

Dafür sieht das Modellprojekt vor, zwischen dem Arzt und seinen Arzthelferinnen eine neue, besonders qualifizierte Handlungsebene von Arzthelferinnen einzubinden, die teilärztliche Aufgaben übernehmen, um so als Disease- oder Casemanagerinnen unter der Aufsicht des Arztes tätig zu sein. Dabei „behandelt“ die „Diseasemanage­rin“ immer nur Patienten, die der Arzt kennt und die schon von ihm auf eine Therapie eingestellt sind.

Über eine Online-Anbindung ist die Diseasemanagerin mit der Archivakte des Pati­enten in der Arztpraxis und dem Arzt verbunden, so dass nach erfolgter Dokumenta­tion und Statuserhebung der Arzt mit der „Diseasemanagerin“ eventuelle Therapie­änderungen oder -anpassungen online durchführen kann. Dabei sollen auch teleme­dizinische Elemente integriert werden.

1.2.        Projektziele

Das Ziel des Modellprojektes ist es aufzuzeigen, dass es bei einem zukünftig noch weitaus schlechteren hausärztlichen Versorgungsgrad (24.5%) dennoch mit neuen Strukturen möglich sein wird, die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum si­cherzustellen.

Im Landkreis Emsland (Modellprojekt mit 20.000 Patienten) sind bereits Strukturen aufgebaut worden, die ständig erweitert werden, um

  • medizinische Fachkräfte fortzubilden, um so bestimmte ärztliche Leistungen de­legieren zu können, um den Arzt hiermit substantiell zu entlasten.
  • eine technische und inhaltliche Vernetzung der Gesundheitsdienstleister aufzu­bauen, um eine effizientere, standort-, fach- und sektorübergreifende Leistungserbringung zu gewährleisten.
  • eine technische Vernetzung der Gesundheitsdienstleister aufzubauen, um dem Landkreis durch die Evaluation der erhobenen gesundheitsökonomi­schen Daten ein Instrument zu geben, um medizinische Unterversorgungspo­tenziale frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern zu können (landkreisspezifisches gesundheitspolitisches Steuerungsinstrument).

Das Modellprojekt läuft über einen Zeitraum von drei Jahren. Die Evaluierung liegt in der Hand von Frau Prof. Hummers-Pradier (Göttingen, Lehrstuhl für Allgemein-Medizin). Das Projektbudget liegt bei knapp x,x xxx. Euro, getragen vom Landkreis Emsland, dem Labor Nord-West und mehreren Industriepartnern sowie Ärzten. Projektinitiator sind das MVZ Birkenallee in Papenburg und das Ludmillenstift in Meppen.

Zur Verbesserung der Evaluierungsbedingungen wird nach einem weiteren Land­kreis mit vergleichbaren Rahmenbedingungen gesucht.

Wenn Sie mehr über dieses Projekt erfahren wollen, so setzen Sie sich über info ( at ) mednet.de mit uns in Verbindung.

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Krankenhauseinweisung

1.   MEDNET Mail Krankenhauseinweisung

Die Bereitstellung qualifizierter Vorbefunde für eine stationäre Behandlung durch den niedergelassenen Arzt ist im bisherigen Ablauf durch das Muster 2 (Verordnung von Krankenhausbehandlung) festgelegt und begrenzt.

In Baden-Württemberg gibt es zusätzlich das Formular „Anlage zum Überweisungsschein für schwierige Fälle“ mit dem weitere behandlungsrelevante Daten an den Krankenhausarzt übertragen werden sollen.

Mit der elektronischen Anlage zur Krankenhausbehandlung stellt MEDNET ein Verfah­ren für den niedergelassenen Arzt (Überweiser) bereit, weitere qualifizierte medizini­sche Vorbefunde für den Krankenhausarzt zur Vorbereitung der stationären Behandlung bereitzustellen. Die elektronische „Anlage zur Krankenhauseinweisung“ ersetzt nicht das bisherige Verfahren des Muster-2-Formulars, sondern ist sozusagen ein „elektronischer Begleitschein“ zum bisherigen Verfahren.

Das Verfahren setzt die schriftliche Einwilligungserklärung des Patienten voraus. Die Einwilligung wird bei jeder Krankenhauseinweisung neu erstellt. Im Text der Einwilligung ist vermerkt, dass der Patient einverstanden ist, in die im Formular festgelegte Klinik eingewiesen zu werden.

2.   Das Verfahren der elektronischen Anlage zur Kran­kenhauseinweisung

2.1.   MEDNET Formular „Krankenhauseinweisung“

2.1.1.  Daten des Formulars

Das Formular „Muster 2 (Verordnung von Krankenhausbehandlung)“ sieht in der Aus­fertigung für den Krankenhausarzt bisher folgende Datenübertragung an das Kranken­haus vor:

  1. Die versicherungstechnischen Stammdaten des Patienten wie sie beim Einlesen der Krankenversichertenkarte des Patienten in der Arztpraxissoftware gespei­chert wurden.
  2. Spezifizierung der versicherungstechnischen Einordnung des Falles (Belegarzt, Notfall, BG-Fall und BVG)
  3. Das Krankenhaus selbst wird als Empfehlung („Nächsterreichbare, geeignete Krankenhäuser“) eingetragen, da der Patient grundsätzlich das Recht hat, selbst das Krankenhaus auszuwählen („freie Arztwahl“). Gerade im ländlichen Raum ist dieses Grundsatzrecht durch die tatsächliche Versorgungswirklichkeit auf fak­tisch ein Krankenhaus begrenzt.
  4. Arztstempel als Identifikation der überweisenden Arztpraxis
  5. Behandlungsrelevante medizinische Daten:
    1. Diagnosen des Falles
    2. Untersuchungsergebnisse
    3. Bisherige Maßnahmen (z.B. Medikation)
    4. Fragestellung und Hinweise (z.B. Allergien)
    5. Mitgegebene Befunde

Das zusätzliche Formular „Anlage zum Überweisungsschein für schwierige Fälle“, das nur in Baden-Württemberg gültig ist, enthält konkrete Ankreuzfragen, die jedoch letzt­lich Konkretisierungen des allgemein gültigen „Muster-2-Formulares“ darstellen.

Das MEDNET Formular der elektronischen Krankenhauseinweisung stellt die im Mus­ter-2-Formular definierten Daten in elektronischer Form bereit und bietet die Möglich­keit, die im Papierformular angesprochenen „Mitgegebenen Befunde“ direkt als elekt­ronische Dokumente zu übertragen.

Im Krankenhaus selbst hat die elektronische Bereitstellung der Daten grundsätzlich den Vorteil, dass zum Beispiel mitgegebene Befunddokumente in das Primärsystem impor­tiert werden können. Dadurch entfallen weitere zeitraubende Arbeitsschritte (scannen, ablegen, archivieren).

2.1.2. Initialisierung durch GDT und BDT

Das Programmmodul Anlage zur Krankenhauseinweisung wird aus der MEDNET Mail aufgerufen in Form einer medizinischen Geräteanbindung (GDT-Aufruf).

Zur Initialisierung der Datenfelder, insbesondere der Kopfdaten des Überweisungs­for­mulars, wird ein erweiterter GDT- bzw. BDT-Datensatz genutzt. Der bisherige GDT-Datensatz „Anforderung einer Untersuchung (6302)“ reicht für die elektronische Kranken­hausweisung nicht aus, da die versicherungstechnischen Stammdaten fehlen. Einige Arztpraxissysteme schreiben deshalb beim Aufruf von medizinischen Geräten nicht den GDT-Datensatz, sondern einen durch BDT-Datenfelder erweiterten Datensatz.

Grundsätzlich setzt die elektronische Krankenhauseinweisung voraus, dass die GDT-Spezifikation erweitert und an die neuen Anforderungen angepasst wird. Dies entspricht der Situation bei der Online-Anforderung einer Laboruntersuchung. Entsprechende Initiati­ven zur Erweiterung des GDT sind aktuell im Arbeitskreis QMS eingeleitet. Mit einer Verabschie­dung eines neuen GDT 3.0 ist noch im Frühjahr 2012 zu rechnen.

2.1.3. MEDICUSplus-Arztpraxen

In den Arztpraxen mit dem System MEDICUSplus können die überweisenden Ärzte auch Behandlungsdaten nach Zeitfenster (von Datum bis Datum) und ausgewählten Da­tentypen (nur Labor oder alles außer den Notizen) bereitstellen. Die Bereitstellung der „mitgegebenen Befunde“ gestaltet sich in diesem System einfach und bequem. Auch hier ist der Ausdruck einer schriftlichen Einwilligung Grundlage des Verfahrens.

2.2. Übertragungsweg (VPN) und -verfahren

Die Datenübertragung erfolgt innerhalb des von MEDNET bereitgestellten gesicherten Netzwerkes (VPN) und eines MPLS-Intranets (DIVA). Es handelt sich dabei um ver­schlüsselte und gesicherte Übertragungswege. Zusätzlich zum Schutz der Transport­wege sind alle Daten während des Transports als Paket verschlüsselt.

Die Übertragung der Daten durch den überweisenden Arzt an das Krankenhaus kann erst gestartet werden, nachdem der Befehl „Einwilligung drucken“ ausgeführt wurde.

2.3. Bereitstellung der Daten im Krankenhaus

Die Bereitstellung der zusätzlichen Befunddaten erfolgt im Krankenhaus in einem zwei­stufigen Verfahren:

  • Kommunikationsserver in der DMZ (VPN-Anbindung)
  • MEDICUSplus-Server im LAN des Krankenhauses als Serversystem, das von den Ar­beitsstationen aus erreichbar ist.

Die Kommunikation zum VPN der MEDNET wird durch den Kommunikationsserver in der DMZ bewerkstelligt. Die entschlüsselten Daten werden in ein freigegebenes Ver­zeichnis auf dem MEDICUSplus-Server in LAN des Krankenhauses entpackt. Die Freigabe (Shared-Disk) auf dem MEDICUSplus-Server ist die einzige Verbindung, mit der der Kommunikationsserver Daten in das Krankenhaus bereitstellt.

Alle von den Zuweisern bereitgestellten Daten werden nach Patienten gespeichert und besonders gekennzeichnet und zusätzlich in einer Arbeitsliste abgelegt.

Der Zugriff auf die Daten durch den Krankenhausarzt wird protokolliert. Dazu muss jeder Krankenhausarzt als sogenannter Mitarbeiter in das System eingetragen werden. Die Anmeldung des Arztes im System wird durch Eingabe eines Passwortes kontrol­liert.

Der Zugriff auf die bereitgestellten Daten erfolgt mit einem MEDICUSplus-Client (Vie­wer), der separat auf dem Desktop des Arztes gestartet oder aus dem KIS als Fremdauf­ruf mit Übergabe der Stammdaten (Name, Vorname und Geburtsdatum) und der Fall­nummer des Patienten im KIS aufgerufen werden kann. Diese Daten werden als Such­kriterien genutzt und reduzieren die Sichtbarkeit der Patienten in der Auswahlliste auf einen Patienten. Nur bei Namensdoppler (gleicher Name, Vorname und Geburtsdatum) muss eine manuelle Entscheidung getroffen werden. Die endgültige Auswahl und Bestätigung des gesuchten Patienten erfolgt durch den Einsicht nehmenden Arzt.

Die Kommunikation des MEDICUSplus-Clients mit dem MEDICUSplus-Server erfolgt durch Zugriff auf das freigegebene Verzeichnis des MEDICUSplus-Servers und als TCP-Kommu­nikation über Port 9091.

Spätestens 90 Tage (dieser Wert ist konfigurierbar) nach dem letzten Zugriff werden die Patientendaten durch den MEDICUSplus-Server gelöscht.

Falls sich Zuweiserdaten als behandlungsrelevant erwiesen haben, müssten diese Daten vorher krankenhausseitig gespeichert und archiviert werden. Dazu kann auch optional das Archivsystem von MEDNET genutzt werden. Im einfachsten Fall könnten die relevanten Daten vorher ausgedruckt werden.

3.   Anlagen

3.1.  Muster 2: Verordnung von Krankenhausbehandlung

3.2.  Einwilligungserklärung der überweisenden Arztpraxis

Einwilligungserklärung

zur Bereitstellung von Vorbefunden zur Vorbereitung einer stationären Behandlung

[ARZTSTEMPEL]

Ich bin damit einverstanden, dass mein behandelnder Arzt meine Behandlungsdaten und Befunde zur Vorbereitung einer geplanten Krankenhausbehandlung übermittelt.

Krankenhaus: . . . . . . . . . . . . .
Abteilung: . . . . . . . . . . . . . .

Ferner bin ich damit einverstanden, dass mein behandelnder Arzt bei meinem Hausarzt oder anderen Ärzten oder Leis­tungserbringern vorliegende Behandlungsdaten und Befunde, soweit diese für meine Krankenhausbehandlung erforderlich sind, anfordert und dem Krankenhaus bereitstellt.

Hausarzt: . . . . . . . . . . . . . .

Diese Einwilligungserklärung erfolgt freiwillig und kann jederzeit und ohne Angabe von Gründen von mir widerrufen werden!

Datum, Ort

. . . . . . . . . . . . . . . . . .

(Unterschrift Patient oder Vertreter)

 

Köln, 29.01.2012,
MEDNET Service für Ärzte AG,
Version 1.00/B

 

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Netzzentrierte Versorgung

 

MVZ und die medizinische Versorgung im ländlichen Raum

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Arztpraxis (MVZ-ÜBAG)
Vernetzungsoptionen mit MEDNET Kommunikations­server und MEDICUSplus

1.   Arztpraxis-Vernetzung

Vernetzung im Gesundheitswesen beginnt in kleinen Schritten, die jedoch unmittelbar alltagstauglich und nützlich sein müssen. Die folgende Darstellung bezieht sich auf die Situation einer großen niedergelassenen Praxisstruktur, sei es ein MVZ, eine standort­übergreifende Berufsausübungsgemeinschaft, die konkrete Arbeitsabläufe mit dem Krankenhaus und dem Labor vernetzen möchte.

MEDNET bietet mit dem Kommunikationsserver und MEDICUSplus mehrere Vernet­zungs­optionen:

  • MEDNET Mail mit beliebigem Primär-Arztpraxissoftware
    • Online-Laboranforderung
    • Einweisung ins Krankenhaus
    • Krankenhausnachrichten (HL7) an die Arztpraxis
    • Messenger
  • MEDICUSplus als Arztpraxissoftware
    • Einweisung ins Krankenhaus (mit umfangreichen Vorbefunden)
    • Online-Laboranforderung
    • Direkte Rückübermittlung der Laborbefunde ins System
    • Online-Seite mit Rezept- und Terminanforderung durch den Patienten
    • SMS-Benachrichtigung des Patienten und SMS-Rückantworten des Patien­ten in eine Arbeitsliste
    • Standortübergreifende Datenreplikation (Messenger, Todos, Termine, Behandlungsdaten)

2.   Arztpraxisanbindung mit MEDNET

2.1.              Vernetzungsinfrastruktur

Abbildung 1: Schematische Darstellung der Vernetzung zwischen dem Labor Dr. Gärtn­er, tenem Krankenhaus und mehrere überweisenden Arztpraxen.

Die Vernetzung basiert auf MPLS-Anschlüssen des Labors Dr. Gärtner (DIVA) bzw. entsprechenden KV-Safenet-Anschlüssen oder einen OPENVPN-Zugang der MED­NET.

Der MEDNET Kommunikationsserver bietet die Möglichkeit, Krankenhäuser, Labore und Arztpraxen (oder auch Apotheken) anzubinden. In Krankenhäusern, Laboren und den Arztpraxen mit MEDICUSplus muss ein MEDNET Kommunikationsserver vor­handen sein.

Kleine Arztpraxen können auch als Clients an den Kommunikationsserver des Labores angeschlossen werden. Das Beispiel VPN-3 in der Darstellung zeigt schematisch diese Art der Anbindung. Als Client kann in diesem Modus sowohl die MEDNET Mail als auch der MEDICUSplus-Client betrieben werden. Letzteres ist die bevorzugte Vorge­hensweise zur Abwicklung von Netzverträgen mit Abrechnungsrelevanz (“Netz-zent­rierte Versorgung”).

2.2.              Vernetzungsoptionen mit MEDNET Mail

2.2.1.                 Technische Voraussetzungen (DIVA)

Der MEDNET Kommunikationsserver für die Arztpraxisvernetzung steht in der DMZ des Labors. In der Arztpraxis muss ein MPLS-Anschluss mit entsprechender Router-Technologie eingesetzt werden, so dass die Programmkomponenten (Clients) direkt mit dem Kommunikationsserver im Labor arbeiten können. MPLS-Anschlüsse haben eine hohe Verfügbarkeit und sind zudem gegen das Internet vollständig abgeschottet.

2.2.2.                 Labor-Online-Anforderung

Die elektronische Laboranforderung erfolgt durch das entsprechende HuS-Modul. Die Laboranforderung von HuS arbeitet direkt mit den Servern im Labor, so dass keine störanfällige Zwischenschicht existiert. Die Auftragsdaten werden vielmehr direkt in das Laborinformationssystem eingegeben. Der Ausdruck der Barcodes erfolgt auf dem Labeldrucker in der Praxis.

Mit dem Online-Verfahren von HuS steht der anfordernden Arztpraxis die gesamte dia­gnostische Intelligenz (Laborverzeichnis usw.) des Labors Dr. Gärtner zur Verfügung.

Der Aufruf der Online-Anforderung erfolgt mit einem erweiterten GDT-Aufruf, bei dem auch die versicherungstechnischen Stammdaten des Patienten an die Laboranforde­rung übertragen werden.

2.2.3.                 Elektronische Krankenhauseinweisung

Die elektronische Anlage zur Krankenhauseinweisung ist ein Verfahren der MEDNET, bei der das bisherige Muster-2a-Formular elektronisch abgebildet wird. Mit diesem Ver­fahren kann die Arztpraxis das Krankenhaus auf der Basis einer schriftlichen Einwilli­gung des Patienten mit ausführlichen Vorbefunden versorgen.

Voraussetzung für dieses Verfahren ist, dass das Krankenhaus mit einem MEDNET Kommunikationsserver ausgestattet ist. Der Kommunikationsserver kann in der ein­fachsten Ausführung als XP Professional-Rechner und auch als virtuelle Maschine auf­gesetzt werden.

2.2.4.                 HL7-Nachrichten des Krankenhauses

Jedes Krankenhaus mit einem MEDNET Kommunikationsserver kann die ADT-Nach­richten der HL7-Kommunikation an die zuweisende Arztpraxis weiterleiten. Die zuwei­sende Arztpraxis ist dadurch über die Aufnahme, Verlegung und Entlassung des Pati­enten informiert. Zusätzlich kann auf diesem Wege auch der Entlassbrief an die Arzt­praxis übertragen werden. Dieser Schritt erfordert jedoch im Krankenhaus zumeist or­ganisatorische Umstellungen und ist deshalb nur mittelfristig umzusetzen.

2.2.5.                 Optionale Komponenten

Die MEDNET Mail wird zurzeit kurzfristig um eine Messenger-Funktion erweitert, so dass ein direkter Nachrichtenaustausch zwischen Arztpraxen von Arbeitsplatz zu Ar­beitsplatz möglich ist. Diese Technologie kann zum Beispiel genutzt werden, um Nach­richten mit einer Apotheke direkt auszutauschen und so mögliche Rückfragen direkt und schnell zu erledigen.

2.3.              Vernetzungsoptionen mit MEDICUSplus

2.3.1.                 Technische Voraussetzungen

Jede MEDICUSplus-Arztpraxis ist mit dem Kommunikations- und –praxisserver aus­gestattet. Zwischen mehreren MEDICUSplus-Arztpraxen kann eine Replikation von Daten oder ausgewählten Daten aktiviert werden. Technische Voraussetzung ist ein OPENVPN-Zugang der MEDNET oder ein DIVA-Anschluss.

2.3.2.                 Datenreplikation zwischen mehreren Standorten

MEDIUCSplus-Arztpraxen können eine Datenreplikation zwischen den Standorten ak­tivieren. Dadurch kann jeder Standort als eigenständig lauffähige Praxis geführt werden. Ein Störfall der Internetverbindungen beeinträchtigt nicht den Betrieb in den Standor­ten. Ist die Verbindung wieder hergestellt, wird der Datenabgleich automatisch wieder fortgesetzt.

Das Datenreplikationsverfahren kann auf alle Daten angewandt oder auf ausgewählte Datentypen beschränkt werden. Es kann zum Beispiel der Datenabgleich nur auf Mes­senger-Nachrichten oder bestimmte Todo- und Arbeitslisten reduziert werden.

2.3.3.                 Zentrale Statistik

Bei standortübergreifenden Arztpraxis kann die Abrechnung an den Standorten geführt werden, die Statistik wird jedoch mit jedem nächtlichen Abrechnungslauf (23:01 als Standard) in den Zentralstandort übertragen.

2.3.4.                 Elektronische Laborüberweisung

Das Formular Laborüberweisung in MEDICUSplus unterstützt die Online-Anforderun­gen Elat und HuS.

Grundsätzlich kann darüber hinaus der für die Online-Anforderungen erstellte LDT-Datensatz (SA 8218 und 8219) auch direkt über die VPN-Verbindung an das Labor übertragen werden. Vorausssetzung für dieses Verfahren ist jedoch, dass ein belastbares Verfahren zur Generierung von Auftragsnummern vorhanden ist. Im einfachsten Fall könnten dazu Barcode-Aufkleber an die Praxis ausgegeben werden.

2.3.5.                 Laborbefundübermittlung

In MEDICUSplus kann in Zusammenarbeit mit dem Labor eine direkte Übertragung freigegebener Teil- und Endbefunde aktiviert werden. In diesem Fall überträgt das La­bor die einzelnen Befunde sofort. In der Praxis laufen diese Nachrichten in die Labor­importverarbeitung. Es erfolgt eine Benachrichtigung per Messenger oder Arbeitsliste.

2.3.6.                 Elektronische Krankenhauseinweisung

Das Verfahren einer Anlage zur Krankenhauseinweisung nach Muster 2a wird in ME­DICUSplus komfortabel unterstützt. Auf der Grundlage einer schriftlichen Einwilli­gungserklärung des Patienten können so Patienten mit ausführlichen Vorbefunden für eine stationäre Behandlung vorgestellt werden.

2.3.7.                 Terminplanersynchronisation mit einer Krankenhausabteilung

Die elektronische Krankenhauseinweisung kann wirksam durch einen Terminplanerab­gleich unterstützt werden, in dem zum Beispiel einer großen Arztpraxis das Recht ein­geräumt ist, an einem bestimmten Nachmittag Patienten für die stationäre Behandlung zu terminieren.

2.3.8.                 Messenger als Instrument zur Anbindung zum Beispiel einer Apo­theke

Der Messenger steht für die Verbindung von Arbeitsprozessen zwischen Krankenhaus, Arztpraxis und Apotheke als schnelles und wirksames Instrument zur Verfügung.

2.3.9.                 SMS-Kommunikation mit dem Patienten

In MEDICUSplus besteht die Option, Patienten direkt aus Wartelisten heraus per SMS zu informieren. Dieses Instrument kann zur Steuerung von Wartezeiten genutzt werden. Über die Anbindung von GSM-Modems können Patienten auch SMS in die Praxis zu­rückschicken.

2.3.10.            Rezept- und Terminanforderungen über Internetpräsenz

MEDNET stellt Server mit Internetseiten bereit, die in die Internetpräsenz der Arztpra­xis eingebunden werden können. Diese Internetseiten enthalten Formulare für die An­forderung von (Wiederholungs-)Rezepten und Terminwünschen. Die Nachrichten lau­fen über das MEDNET VPN direkt in die entsprechenden Arbeitslisten ein und können dort von den zuständigen Mitarbeitern weiterverarbeitet werden.

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